2006-09-24

einfach nur ... Bowen!

Hello and back again!

Lang, lang ist’s her, dass ihr hier Neuigkeiten von uns Beiden lesen konntet... Aber heute soll damit für’s erste Abhilfe geschafft werden!

Ende Juli haben wir uns erstmal von Airlie Beach verabschiedet und auf den Weg nach Bowen – ca. 1,5 h weiter nördlich – gemacht. Dort wollten wir uns endlich erfolgreich nach Arbeit umschauen, um uns anschließend mit einem Sailing Trip zu den Whitsundays zu belohnen...



[Eingangsschild an der Information]



[Shopping!!! (...)]

how to find a job?

Die ersten Tage sind wir noch frohen Mutes durch Bowen gezogen, haben die herrliche Landschaft genossen und uns einen Überblick von der Stadt und den Arbeitsmöglichkeiten verschafft.

Im Informationszentrum von Bowen haben wir eine Karte mit zig Farmen in und um Bowen erhalten. Damit sollte die Arbeitssuche nun richtig losgehen. Die ersten Tage sind wir rum gefahren und hatten Probleme überhaupt eine Farm zu entdecken. Über die gelben Seiten haben wir uns Telefonnummern von Farmen rausgesucht und einfach angerufen – ohne Erfolg. Die nächsten Tage sind wir morgens zu Arbeitsbeginn auf die Farmen und haben direkt vor Ort gefragt. Wieder nichts... Mittlerweile waren wir schon ca. zwei Wochen in Bowen – OHNE Arbeit.
Anfang August bekamen wir auf einem Tomatenfeld die Telefonnummer von einem Mohammed der uns für den nächsten Tag einen picking job auf seinem Feld versprach. Morgens 5.45 Uhr trafen wir uns mit einem Tony um gemeinsam mit ihm und anderen arbeitswütigen Backpackern zum Feld zu fahren. Bezahlt werden sollte nach Bin’s... mehr dazu später.

Gepickt (gepflückt) wurde mit Hilfe einer Maschine die wie folgt aussah:



Auf jedem der fünf Arme hatten zwei Picker Platz (außer auf dem äußeren Linken – da war nur Platz für einen Picker). In der Mitte (zwischen den Räden) sah’s der Fahrer des Tomatenpickingmonsters. Obenauf unser Supervisor (Qualitätskontrolle...) und ein oder zwei zusätzliche Picker – zum ersten Aussortieren der gepickten Tomaten.
Die Maschine wurde in Startposition gebracht und alle mussten aufsitzen.


[Blick ins Tomatenfeld – von vorne]


[Blick ins Tomatenfeld – von der Seite]

Insgesamt waren 12 Leute an der Maschine beschäftigt. Und durch ALLE wurden die Bin’s die pro Tag gepickt wurden geteilt... Pro Bin gab es AUS $ 40 (umgerechnet 24 €). Mehr als 14 Bin’s pro Tag bei meist 8 bis 10 Stunden Arbeit waren allerdings nicht drin. Das heisst im Durchschnitt hat Jeder nur ca. AUS $ 47 (umgerechnet 28 €) pro Tag verdient....!!! Davon lies sich so gut wie gar nichts finanzieren, geschweige denn sparen...
Zudem hat sich schon am ersten Tag – und vor allem in der Nacht – bei Christoph eine fette Allergie gegen die Pestizide auf den Tomatenpflanzen breit gemacht!
Und zu guter Letzt wurde das Ganze auch nicht steuerlich geltend gemacht – Schwarzarbeit ist auch in Australien strafbar...
Drei Gründe um aufzuhören – obwohl wir doch so froh waren endlich einen Job gefunden zu haben! Aber unter den Umständen...
Insgesamt waren wir also drei Tage auf dem Tomatenfeld. Unser Geld haben wir ein paar Tage später auf einem Parkplatz in Bowen bekommen – hört sich kriminell an und war es sicher auch. Das folgende Bild drückt unsere Meinung zum Tomatenerlebnis Bowen am besten aus:



Jetzt hieß es also wieder ARBEIT SUCHEN! Wieder Farmen abklappern und hoffen. Über eine Woche ging damit wieder ins Land und demzufolge sank unsere Motivation mit jedem Tag... Die Entscheidung Bowen zu verlassen und woanders unser Glück zu versuchen, stand schon fest, als dann doch ein Wunder geschah: mit uns zusammen auf dem Campingplatz wohnte unter anderem auch ein italienisches Pärchen. Die Beiden arbeiteten in einem Paprika Shed (=Arbeitsschuppen) und wollten Bowen in den nächsten Tagen verlassen. Das hieß, bei den Beiden auf Arbeit wurden zwei Plätze frei! Wir ließen uns die Adresse der Farm geben und baten die Beiden, uns schon mal anzumelden. Und wir hatten Glück! Ein paar Tage später hatten wir Beide einen Job!

Im Paprika Shed wurden die gepickten Paprikas angeliefert und für den Versand an die Supermärkte und andere Abnehmer verpackt. Pro Tag wurden zwischen 150 und 200 Bin’s angeliefert. Wahlweise gefüllt mit grünen, gelben oder roten Paprikas – aber nie gemischt. Der Inhalt der Bin’s wurden mit der riesigen Maschine aufs Band gekippt und von zwei oder manchmal auch drei Mädels vorsortiert. Anschließend wurden die Paprikas maschinell gewaschen und weitertransportiert auf ein breiteres Band. Dieses breite Band bestand aus vielen kleinen Klappen. Auf den Klappen lagen die Paprikas. Unter dem Band verliefen im 90 ° Winkel sieben kleinere Bänder. Der Computer bestimmte welche Klappe nach unten fiel und über welchem der sieben kleineren Bänder. Dabei wurde nach small, medium und large unterschieden.


[das grosse Transportband mit den Klappen und den Paprikas darauf]

Spannend wa!!! :D So weit so gut :) An jedem der sieben Bänder stand nun ein Mädel – an einem davon Suzie.


[die Mädels an den Bändern – davor das grosse Band mit den Klappen :)]

Die Aufgabe bestand darin, die Paprikas auszusortieren, die nicht für den Endverbraucher geeignet waren. An jedem Ende der kleinen, sieben Bänder purzelten die Paprikas dann in leere Kisten...


[Christoph’s Arbeitsplatz – die sieben Bänder mussten mit leeren Kisten bestückt werden]

... und wurden - auf wieder jeweils einem anderen Band - zu den Jungs transportiert, die die gefüllten Kisten auf Paletten stapeln mussten:


[Markus nimmt eine volle Kiste vom Band und stapelt sie auf die Paletten für den Abtransport zum Endverbraucher]

Christoph war dafür zuständig, leere Boxen auf den sieben Bänder zu verteilen, die Paletten mit den leeren Boxen ran zu holen und sich und seinen Arbeitskollegen Cameron zu belustigen :) Suzie stand non-stop am Band – ähm nein, Rückengymnastik und Massagen waren im Pausenprogramm nicht enthalten... :)


[Christoph mit Pam, unserem Supervisor]

Wie ihr seht, gab es eine Menge zu tun – und auch immer wieder was zu lachen.

home sweet home

Unser Zuhause für die fast zwei Monate in Bowen hatten wir auf dem Campingplatz an der Rose Bay aufgeschlagen. Sehr schön direkt am Meer gelegen und mit allem was man für’s tägliche Leben braucht. Damit ihr einen kleinen Einblick über unser Domizil bekommt, haben wir hier ein paar Bilder für euch:


[Eingangsschild vom Campingplatz und unsere Telefonzelle mit Meerblick]


[Mazz – die Inhaberin des Campingplatzes]


[unser Plätzel]


[Blick von unserem Plätzel über den Campingplatz aufs Meer]

Im folgenden Gebäude wurde nicht nur das ein oder andere Geschäft erledigt und der Arbeitstag vom Leib gewaschen, sondern auch die Kleidung auf Vordermann gebracht, lästiges, dreckiges Geschirr gereinigt und das bissl Essbare, was wir uns leisten können, im Kühlschrank verstaut:


[links: Eingang zum Damenwaschraum, Mitte: Küche und Laundry, rechts: Eingang zum Männerwaschraum]


[Waschbecken]


[Duschkabinen]


[Waschmaschine]


[Abwaschbecken, Kühlschrank und Wäschetrockner]


[BBQ]


[Wäscheleine]

„ ... no worries, mate!“

Die Zeit während der Arbeit blieb natürlich auch nicht ungenutzt. In Bowen gab es – wenn man Glück hatte – nicht nur Arbeit, sondern für uns auch jede Menge „mates“, mit denen wir eine schöne, verrückte und interessante Zeit verbrachten!

.:: Ria & Tarmor, Katlin & Romet und Laurie aus Estland

An einem Abend auf dem Rastplatz am Strand – wir hatten gerade den Kocher ausgepackt und die Spaghetti ins Wasser geschmissen – standen plötzlich fünf lustige Estländer vor uns. Das Essen wurde zur Nebensache :) Bevor es auf Nachtlagersuche ging, wurden noch Handynummer ausgetauscht und sich für die kommenden Tage verabredet.


[Suzie, Ria, Tarmor, Katlin, Romet und Laurie beim Pizza essen]


[Ria, Tarmor, Laurie, Katlin und Romet zu unserem Abschiedsessen]


.:: Steffi & Tine aus Deutschland

Auf dem Campingplatz angekommen, lief uns die am Telefon plaudernde Tine über den Weg. Im Gepäck hatte sie die Steffi und zusammen hatten wir eine Menge Spass :) Bei dem ein oder anderem Glas Wein am Abend und den fast allabendlichen Zusammenkünften beim Essen, musste sich der zu dem Zeitpunkt geringe Männeranteil mit kultivierten Frauengesprächen zufrieden geben :) Er hat sich gut geschlagen der Gute!!!


[Suzie, Tine und Steffi beim BBQ mit dem ganzen Campingplatz]


[Steffi]


[Steffi und Suzie bei unserem Wanderausflug]


[Christoph, Suzie und Tine als Pizzabordsteinschwalben]


.:: Eline & Daan und Chris und Erik aus Holand

Und dann gab es noch diese Verrückten: die Dutchies! Daan und Eline strandeten eines schönen Abends bei uns auf dem Campingplatz. Man kam schnell ins Gespräch und kaum ein gemeinsamer Abend blieb ohne feuchte Augen – vor Lachen!
Achja, Holländer vermehren sich rasend schnell! So kamen innerhalb weniger Tage noch Chris und Erik hinzu, die Daan und Eline auf dem Tomatenfeld aufgepickt haben.


[Daan und Eline]


[Erik und der Kürbis]


[Daan, Suzie, Eline, Chris und Erik]


[Chris, Eline, Daan, Suzie und Erik]


[Eline, Daan, Suzie, Chris]


[Eline und Suzie]


.:: Katrin & Markus aus Deutschland

Kurz vor unser Abreise wurde der deutsche Anteil auf dem Campingplatz wieder erhöht: Katrin und Markus aus Erfurt waren auf Arbeitssuche und machten bei uns Halt. Die Beiden bekamen innerhalb weniger Tage einen Job bei uns im Paprika Shed. Schön für beide Seiten :)


[Katrin, Markus und Suzie]

An dieser Stelle viele, liebe Grüsse an alle hier Erwähnten!!!
Wir hoffen, Euch geht’s gut und Ihr geniesst Eure Reise!
See you as soon as possible!

beeeautiful nature

Hier ein paar faszinierende Bilder, die uns im Laufe der zwei Monate in Bowen geboten wurden:


[Sonnenuntergang an der Horseshoe Bay in Bowen]

Folgendes faszinierendes Naturschauspiel bot sich uns eines Abends: ein Mondaufgang! Leider lies sich das Ganze mit unseren laienhaften Fotografenkünsten nicht perfekt aufs Bild bringen (Ben wanted!!!) – sieht deshalb aus wie ein Sonnenaufgang :)
Zu Beginn ist der Mond noch ganz rot gefärbt von der Atmosphäre und ähnlich gross wie die Sonne. Er geht rasend schnell auf, wechselt seine Farbe von rot über orange zu gelb und wenn er dann hoch oben am Himmel steht, ist er leuchtend weiß-grau und so klein, wie wir ihn kennen.


[Mondaufgang an der Rose Bay – Blick vom Campingplatz]


[Blick vom Berg auf den Campingplatz]

Eine der vielen, kleinen Krabben am Strand, die emsig winzige Löcher buddeln, hat dieses hübsche Portrait aus Sandkügelchen entworfen:


[Herz am Strand]


Und dann gab es da noch unsere (man könnte es fast) Haustiere nennen:

Als erstes diesen lustigen, grünen Gesellen! Christoph hat ihn öfter in der Männerdusche getroffen. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um ein Froschweibchen handelt.... ;)


[Besuch in der Männerdusche]

Zum Abschied kam SIE sogar aus ihrem Versteck gekrabbelt und hat noch mal für unsere Kamera posiert :)





Eine weitere verrückte Entdeckung: ein Gecko in der Campingplatzbeleuchtung - direkt neben unserem Schlafplatz! Meist hat er auch noch typische „geckonische“ Laute von sich gegeben...


[Gecko in der Campingplatzlaterne]


Zu guter Letzt noch pictures von uns:


[Abendessen mal anders]


[sieht aus wie der Liebling aller Oma’s und Schwiegermütter – mit frisch geschorenem Schopf]


[wir Beide auf dem Aussichtspunkt an der Horseshoe Bay]


Das war nun der erste Streich! Doch der zweite folgt sogleich...